Plötzlicher Herztod

                        

 

Der plötzliche Herztod ist eine häufige Komplikation bei einer Herzrhythmusstörung,

dem sogenannten Kammerflimmern. Das Herz pumpt während des Kammerflimmerns

kein Blut mehr in den Kreislauf, es kommt zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn und

in den Organen. Hält das Kammerflimmern an, führt es unbehandelt innerhalb von

wenigen Minuten zum Tod.

Man spricht von einem plötzlichen Herztod, wenn der Tod innerhalb einer Stunde

nach Beginn der Symptome eingetreten ist .

In Deutschland sterben über 100.000 Menschen pro Jahr am plötzlichen Herztod.

Etwa alle vier Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch daran! Der plötzliche Herztod

ist auch für ca. ein Viertel der Todesfälle bei einem akuten Herzinfarkt außerhalb

der Klinik verantwortlich.

In über 90 % der Fälle ist das so genannte Kammerflimmern die Ursache. Dabei werden

die Herzkammern nicht mehr geordnet stimuliert, so dass das Herz sich rhythmisch

zusammenzieht und wieder erschlafft und Blut in die Körperkreisläufe pumpt, sondern

es herrscht "elektrisches Chaos" im Herzmuskel: die einzelnen Herzmuskelbündel werden

mit hoher Frequenz (bis zu 350 mal pro Minute) völlig unkoordiniert erregt. Dadurch

kommt eine Pumpfunktion des Herzens nicht mehr zustande, der Herzmuskel zuckt nur

noch ganz fein mit hoher Frequenz.

In seltenen Fällen führen plötzlich auftretender, sehr langsamer Herzschlag oder

kompletter Ausfall des Erregungsleitungssystems mit völligem Herzstillstand zum

plötzlichen Herztod.

Bei Schädigung des Herzmuskels wie bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz, nach Herzinfarkt,

aber auch durch Medikamente können in dadurch verändertem Herzmuskelgewebe neben

der regulären elektrischen Erregung der Herzmuskelzellen auch unerwünschte elektrische

Impulse (eine Art Kurzschluß) entstehen. Dadurch kann es zu abnormalen und gefährlich

schnellen elektrischen Signalen im Herzen kommen. Im ungünstigsten Fall kann dies zu einer

Art "Kettenreaktion" führen, die Impulse breiten sich mit hoher Frequenz über die

Herzmuskelzellen aus, so dass diese keine Zeit mehr haben, sich ausreichend

zusammenzuziehen. Das Herz "flimmert", man bezeichnet dies als Kammerflimmern.

 

 

             

 

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