Nun will ich einfach mal erzählen, was ich kurz nach meinem 48. Geburtstag erlebt habe:

 

Dienstag 26. September 2006:

Da ich mich seit Längerem zunehmend schlecht fühlte, ging ich zu meinem Hausarzt Herrn Dr. med. Dieter Kaiser

in Heilbronn. Dieser nahm mir Blut ab und machte ein EKG. Er sagte mir, dass ich dringend weiter untersucht

werden müsste und überwies mich SOFORT zu einem Kardiologen. Ich fuhr unmittelbar in die Praxis von

Dr. med. Bernd Eisenlohr in Heilbronn.

 

Dieser machte mit mir diverse Untersuchungen, wie zum Beispiel Herz-Echo, EKG, etc. Ausserdem wurde ich

krankgeschrieben und bekam einen Termin am Donnerstag den 28. September 2006 ein 24 Stunden-EKG zu

machen. Ich wurde - trotz meiner sehr hohen Blutdruckwerten und Pulsfrequenz - nach Hause entlassen. Eigentlich

wollte mich der Arzt ins Krankenhaus einweisen, Hat mich aber nach Hause geschickt, nachdem er mit meiner Frau

telefoniert hat, und überzeugt war dass Sie bei evtl. Verschlechterung sofort handeln kann ! Meine Frau ist

Intensiv-Krankenschwester (innere Medizin) und der Kardiologe kennt sie aus seiner Krankenhauszeit persönlich !

 

Donnerstag 28. September 2006:

Morgens um ca. 8:00 Uhr bin ich zum Kardiologen und habe mit das Langzeit-EKG anlegen lassen. Ich bin dann

wieder nach Hause und mittags auch noch mal eine Stunde ins  Geschäft um meine Krankmeldung abzugeben und

auch noch das ein oder andere zu erledigen. Eigentlich ging es mir an dem Tag relativ gut - da ich ja höhere Dosen

Betablocker bekam.

Am Donnerstag Abend um ca. 21:00 Uhr hatte ich für wenige Sekunden einen plötzlichen und starken Drehschwindel.

Da dieser aber sehr kurz war habe ich dies nicht sonderlich beachtet !

Kurz nach Mitternacht gingen wir zu Bett und ich schlief normal ein.....

 

Was in der Nacht geschah kann ich nur von anderen wiedergeben:

Um ca. 02:00 Uhr kam es bei mir zum Kammerflimmern. Dies ist auf dem Langzeit-EKG zu erkennen. Durch Glück, Zufall oder

eine Göttliche Fügung - oder allem zusammen - wachte meine Frau auf und erkannte mein Problem. Sie führte bei mir eine

Reanimation durch und schrie nach unserer Tochter, damit diese wach wird, und den Notarzt ruft. Wie auch auf dem LZ-EKG zu

erkennen ist, dauerte Ihre Herzmassage ca. 15 Minuten bis erst die Sanitäter und dann der Notarzt eingetroffen ist und bei mir

eine Defibrillation durchführte und einen Beatmungsschlauch einführte ! Nach Stabilisation meines Zustandes wurde ich in die

Klinik am Plattenwald (SLK-Kliniken / Prof. Dr. Manthey / Medizinische Klinik I ) gebracht. Hätte meine Frau meinen Zustand

 nicht erkannt, oder wäre Sie nicht wach geworden, dann wäre ich in dieser Nacht mit Sicherheit nicht mehr aufgewacht,

sondern innerhalb weniger Minuten gestorben ! MEINE FRAU HAT MIR MEIN LEBEN GERETTET ! ! !

In der Klinik wurde ich dann noch weiter, z.B. mit Herzkatheter notfallmäßig untersucht. Meine Situation war immer noch

kritisch und ich kam dann auf die Intensivstation.

Ich selbst habe erst wieder Erinnerung dass ich am Samstag den 30. September 2006 wach geworden bin - wenn man dies so

nennen kann, bei den ganzen Mitteln die mir verabreicht worden.

Langsam fühlte ich mich besser, war aber weiter unter starken Medikamenten und wurde auf die Station Innere M16 verlegt

und dort mit Telemetrie-Monitor weiter überwacht.

 

Meine Diagnose:  Coronare 3-Gefäßerkrankung mit mehreren hochgradigen Stenosen sowie Verschluss der Herzkranzaterie.

Deutlich eingeschränkte LV-Funktion nach überlebten plötzlichen Herztod und Reanimation bei Kammerflimmern. Ausserdem

war mein Herz durch die langjährige aterielle Hypertonie zu groß (max. erlaubte Breite = 15cm / Reale Breite = über 18cm).

Desweiteren hatte ich eine deutliche Vernarbung durch einen in der Vergangenheit abgelaufenen Hinterwandinfarkt. Mir wurde

die Notwendigkeit eine sofortigen Bypass-OP erklärt und ich wurde hierfür in Ludwigshafen bei Prof. Dr. Werner Saggau angemeldet !

 

Mittwoch 11. Oktober 2006:

Ich wurde von der Klinik Plattenwald per Hubschrauber des DRF mit Arztbegleitung nach Ludwigshafen geflogen und in das

Klinikum Ludwigshafen / Herzzentrum eingewiesen. Hier sollte die Bypass-OP durchgeführt werden.  Leider musste die OP mehrfach

verschoben werden, da ich abends immer wieder  Fieber bekam. Ich durchlief in diesen Tagen mehrere Untersuchungen welche

nach einer Ursache nach meinem Fieber forschten. Ich bekam dann täglich Infusionen mit Antibiotika ! Als letztendlich keine

Ursache für das Fieber gefunden wurde entschloss man sich trotzdem zu operieren.

 

Mittwoch 18. Oktober 2006:

An diesem Tag wurde die OP durchgeführt. Es wurde die so genannte große Brustöffnung gemacht. Dabei wird der Brustkorb

vollständig geöffnet, und dazu das Sternum (Brustbein) durchgesägt und aufgeklappt. Während der OP wurde mein Blutkeislauf

der Herz-Lungenmaschine übergeben um meinen Herzschlag anzuhalten, damit die OP am Herzen stattfinden kann. Dies kann

nicht am schlagenden Herzen stattfinden. Es wurden drei Bypässe gemacht. Dafür wurde mir eine Beinvene endoskopisch entnommen.

Dies ist ein echter Vorteil, da nur eine kleine Narbe (Wunde) am Bein ist, und nicht der lange Schnitt. Die OP dauerte ca. 3-4

Stunden und ich bekam zwei Vollblutkonserven. Das Brustbein wurde wieder verschlossen und mit Drähten fixiert. Die

Beruhigungsmittel und dgl. die ich danach bekommen habe sind Super ! Was "Drogen" doch tolles bewirken können...?!

Ich war noch einen Tag auf der Intensivstation, habe aber durch die "Drogen" nahezu keine Erinnerung daran. Aber mir wurde gesagt,

dass ich innerhalb 24 Stunden nach der OP bereits im Bett gesessen habe und auch deutlich meinen Unmut über Atemmaske

kund getan habe !

 

Ich kam dann auf die Pflegestation und erholte mich sehr schnell. Es ist schon sehr beeindruckend wie schnell der Körper heute

wieder heilt. Natürlich wurde ich weiter monitorüberwacht. Sicher bekam ich immer noch starke Schmerzmittel, da ja doch

eine ziemliche Wunde (Brustwand, Brustbein) zum heilen war. Auch konnte ich nur auf dem Rücken liegen und durfte keine

Bewegungen mit dem Oberkörper machen - konnte ich auch nicht ! Aber nach vier bis fünf Tagen durfte ich sogar aufstehen und

es wurden bereits Übungen (unter Aufsicht ein Stockwerk Treppen laufen) mit mir gemacht. Das Fieber ist nicht mehr gekommen

aber ich bekam immer noch täglich Infusionen mit Antibiotika. Langsam wurden  "leider" die Schmerzmittel reduziert !

 

Donnerstag 26. Oktober 2006:

Meine Zeit im Herzzentrum am Klinikum Ludwigshafen ist abgelaufen und ich wurde zurückverlegt in das Krankenhaus am

Plattenwald in Bad Friedrichshall. Der Transport wurde diesmal per Krankenfahrzeug erledigt. Dort freute man sich dass

ich alles gut überstanden habe. Ich wurde wieder an die Telemetrie gehängt um mein EKG weiter ständig überwacht werden

kann. In den nächsten Tagen wurde entschieden ob ich einen ICD (Defibrillator und Herzschrittmacher in einem Gerät) eingepflanzt

bekomme.  Ich wollte eigentlich nicht noch eine OP, aber die Ärzte rieten mir doch dazu !

 

Donnerstag 02. November 2006:

Der Tag der nächsten OP ! Mir wird ein ICD (eingepflanzt. Dazu bekomme ich eine Vollnarkose um mir das Gerät in die Brust

oberhalb den Herzens etwas unter dem Schlüsselbeins links einzusetzen. Das ICD ist ca. so groß wie eine Zigarilloschachtel.

Es sind eigentlich zwei Geräte: Zum ersten ein Defibrillator, der meinem Herz Stromstösse versetzt wenn es zu schnell schlägt,

also wieder flimmert. Dies ist genau der Fall wie in der Nacht vom 28. auf 29. September passiert ist. Zum zweiten ein

Herzschrittmacher, der mein Herz stimuliert, wenn die Herzfrequenz zu langsam wird oder aussetzt. Dazu hat das Gerät eine

Sonde, die dauerhaft in meinem Herzen implantiert wird. Die Batterie hält ca. vier bis sieben Jahre, danach muss der ICD

erneuert werden. Während der OP unter Vollnarkose wird mein Herz künstlich zum flimmern gebracht, um eine Funktionskontrolle machen

zu können. Des  weitern muss der ICD min. alle drei Monate überprüft werden. Dazu wird eine Sonde auf meine Brust gelegt,

die dann per Induktion Daten von und an das Gerät gibt. Ich sollte deshalb auch kein Handy direkt in die Nähe des Gerätes

bringen sowie starke Magnetfelder oder dgl. meiden.

Man sieht nur noch etwas kleines eckiges und eine ca. 8cm große Narbe und von der Bypass OP eine ca. 25-30cm große

Narbe und mehrere kleine Narben von den Schläuchen.

 

Dienstag den 07. November 2006:

Endlich konnte ich entlassen werden. Es war ein wunderbares Gefühl wieder nach Hause zu können, auch wenn ich noch

viele Einschränkungen habe. Ich war zu einer Anschlussheilbehandlung angemeldet. 

 

 

   Danke !

 

   Ich war mal Raucher

    

   meine Medikamente heute

 

  Klinik am Plattenwald

 

   Herzzentrum Ludwigshafen/Rhein

 

   Hersteller von meinem ICD

 

  Videosammlung von diversen OP´s am Herzen

 

 

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